Kamera Sensor Reinigung Anleitung - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras
Reinigung & Pflege

Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Beschäftigst du dich beruflich oder hobbymäßig mit der Fotografie, dann wirst du früher oder später auch auf den Punkt der Reinigung stoßen. Spiegelreflex- und Systemkameras, die regelmäßig in Gebrauch sind, werden natürlich zwangsläufig auch mal schmutzig – da ergeht es deinem Schmuckstück wie jedem anderen Gebrauchsgegenstand. Das betrifft sowohl den Body im Allgemeinen als auch dessen Herzstück, den Sensor. Wir sagen dir, was du bei der Sensorreinigung sowie der Reinigung des Gehäuses beachten musst, und zeigen dir in unserer Anleitung, wie es richtig geht.

Spiegelreflexkameras (z.B. Canon EOS 800D Anzeige) oder Systemkameras (z.B. Sony Alpha 6400 Anzeige) mit Wechselobjektiven sind tolle Werkzeuge, um einzigartige Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Erinnerungen, die auch Jahre später noch viel Freude bereiten. Kamerasysteme werden inzwischen für jeden Geldbeutel und mit den unterschiedlichsten Objektiven für alle erdenklichen Einsatzzwecke angeboten. Doch im Vergleich zu einer herkömmlichen Digitalkamera gibt es einen nicht unerheblichen Nachteil.

Jedes Mal, wenn du dein Objektiv abnimmst und wechselst, wird für einige Sekunden der Blick auf den Bildsensor deiner Kamera freigelegt – jenes empfindliche Elektronikteilchen, das in der Fotografie neben dem Können des Fotografen maßgeblich für das Endresultat verantwortlich ist. Sofern du nicht in einem Reinstraum arbeitest, lässt es sich leider nicht in jedem Fall vermeiden, dass der dem Sensor vorgelagerte Tiefpassfilter (sofern vorhanden) Staubteile fängt – sogenannte Sensorflecken entstehen.

Kamerareinigung DSLR Systemkamera - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Was sind Sensorflecken genau?

Der Begriff Sensorfleck bedeutet nichts weiter, als dass sich winzige Partikel und Staubfussel auf dem Sensor festsetzen und auf Bildern dunkle Punkte verursachen. Diese mikroskopisch kleinen Teilchen sind oftmals nicht einmal mit bloßem Auge erkennbar, können jedoch erheblich die Freude an deinen Aufnahmen trüben. Je nach Bildsituation treten sie mal mehr, mal weniger auffällig in Erscheinung. Störend sichtbar wird das vor allem bei hellen Bereichen wie einem Himmel oder einer Wand.

Nicht jeden Fotografen stören derartige Bildfehler, da sie mit praktisch jedem aktuellen Bildbearbeitungsprogramm wie z.B. Lightroom problemlos weggestempelt werden können. Allerdings kann sich dieser Vorgang bei einer großen Anzahl unsauberer Bilder dann doch als recht zeitraubend erweisen.

Eine temporäre Lösung wäre, die Blende möglichst weit zu öffnen (niedriger Wert: z.B. 1.7), dann sind nur noch sehr große Partikel sichtbar. Darunter leidet jedoch zwangsläufig die Tiefenschärfe. Je größer die Blende (z.B. 22) desto wahrnehmbarer werden Flusen, Fussel, Staubkörner oder sogar Blütenpollen nämlich.

Willst du dein Nervenkostüm schonen, dann solltest du dir spätestens jetzt über eine Sensorreinigung Gedanken machen. Die Prozedur ist nicht sonderlich aufwendig, dennoch musst du den ein oder anderen Punkt beachten.

Reinigung Kamerasensor Sand Staub - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Woher weiß ich, wann ich eine Sensorreinigung durchführen muss?

Ob dein Sensor mal gereinigt werden müsste, kannst du durch einen einfachen Test herausfinden. Du richtest die Kamera abgeblendet (geschlossene Blende) auf eine weiße Wand oder den Himmel. Den Fokus stellst du dabei manuell auf unscharf ein. Erkennst du auf dem fertigen Bild Körnungen, feine Härchen oder andere Dinge, die da nicht hingehören, wird es Zeit für eine kleine Putzaktion.

Anleitung: So reinige ich den Sensor meiner Spiegelreflex- bzw. Systemkamera

Viele aktuelle Kameramodelle verfügen über eine integrierte Sensorreinigung, die – vereinfacht ausgedrückt – durch Rüttelbewegungen den Staub vom Sensor schüttelt. Olympus setzte im Jahr 2003 mit seinem „Supersonic Wave Filter“ als erster Kamerahersteller ein Staubschutzsystem in seinen DSLRs ein.

Konkurrenten wie Canon oder Sony zogen irgendwann mit Eigenentwicklungen nach. Allerdings ist diese Maßnahme, die meist beim Ein- oder Ausschalten des Gerätes durchgeführt wird, nicht für eine dauerhafte Entfernung von Verunreinigungen geeignet, da diese in der Kamera bleiben und sich früher oder später wieder als Sensorflecken bemerkbar machen können.

Besser ist es, wenn du dir ein Sensor-Reinigungsset bestehend aus einem Blasebalg, speziellen Sensor Swabs sowie Reiniger besorgst und Schritt für Schritt der Anleitung folgst, um deine  geliebte Kameraausrüstung wieder fit für zukünftige Einsätze zu machen.

1. Reinigungsschritt: Abblasen des Sensors

Sensor Reinigung Blasebalg - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Der erste Schritt der Sensorreinigung deiner Kamera erfolgt mittels des Blasebalgs. Du entfernst das Objektiv, hältst deine Kamera mit der Sensoröffnung nach unten und bläst den lose haftenden Schmutz heraus. Im Idealfall siehst du, wie die Partikel herausfallen.

Besitzt du eine Spiegelreflexkamera, dann ist es notwendig, zuvor den Spiegel hochzuklappen und in der oberen Position zu fixieren. Schau einfach im Menü oder dem Handbuch nach, wo es dafür eine Funktion gibt. Ansonsten läuft das Reinigen eines DSLR-Sensors genauso ab wie oben beschrieben.

2. Reinigungsschritt – Feuchtreinigung mit dem Sensor Swab

Sensor Reinigung Fluessigreiniger - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Reicht das Herauspusten des Schmutzes nicht aus, weil sich zum Beispiel Kondenswasser-Flecken oder andere Rückstände auf dem Sensor befinden, führst du eine gründlichere Reinigung mit dem Sensor Swab durch.

Dieser besteht aus einem Stäbchen mit einem weichen, fusselfreien Reinigungskopf aus Mikrofaser. Wir von Lens-Aid bieten Sensor Swabs im Set für die gängigsten Sensorgrößen (z.B. APS-C oder Vollformat) an.

Feuchte den Reinigungskopf eines frisch aus der Verpackung genommenen Stäbchens (wichtig, um keine Kratzer mit eingeschlepptem Dreck zu provozieren!) leicht mit dem Spezialreiniger oder einem anderen geeigneten Reinigungsmittel an und wische dann gleichmäßig von einer zur anderen Seite die Sensoroberfläche ab.

Sensor Reinigung 4 1 - Sensorreinigung: Schritt für Schritt Anleitung für DSLR & Systemkameras

Den Vorgang wiederholst du gegebenfalls ein oder zwei Mal. Besonderes Augenmerk solltest du auf die Ecken und Kanten legen, wo sich gern Staubreste sammeln. Nun sollte dein Sensor wieder sauber sein – ein letzter Arbeitsschritt steht allerdings noch aus…

3. Reinigungsschritt – Nachkontrolle

Ob die Sensorreinigung den gewünschten Erfolg erzielt hat, überprüfst du im Anschluss an die Reinigung erneut mit einer Testaufnahme vor einer hellen Wand oder mit einer speziellen Sensor-Lupe Anzeige.
Wenn du dir unsicher bist und doch lieber die Finger vom Sensor lassen willst, dann überlasse die Reinigung einem Fachmann. Den Sensor deiner Kamera zu beschädigen, kann sich als teurer „Spaß“ mausern. Allerdings ist der Vorgang auch kein Hexenwerk, sodass er selbst Laien zuzutrauen ist.

Tipp: Die großen Kamerahersteller Sony, Nikon, Panasonic, Canon, Olympus und Fuji sind oft auf Messen vertreten, wo in einigen Fällen auch ein kostenloser Reinigungsservice geboten wird. Schau dir dazu gern unsere Liste aktueller Foto Events in Deutschland an.

Nach dem Sensor: Reinigung des Kamera-Bodys

Der Body, also das Gehäuse deiner Kamera, ist weniger zimperlich, was Verschmutzungen angeht. Hast du mit fettigen Fingern das Gerät in der Hand gehalten, dann macht sich das nicht in der Bildqualität bemerkbar. Den Body wischst du grob mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch ab, sodass Fett und ggf. Schweiß der Hände verschwinden.

Allerdings lassen sich Situationen durch ein verdrecktes oder verkratztes Display schlechter beurteilen. Deshalb lautet unser Tipp, am besten noch vor dem ersten Einsatz der Kamera eine Displayfolie aufzubringen. Diese sind nicht teuer, aber bieten einen guten Schutz, ohne eine Beeinträchtigung beim Fotografieren darzustellen. Abwischen lässt sich die Folie mit einem herkömmlichen Mikrofasertuch und Reinigungsmittel. Am besten das Reinigungsmittel, welches du auch für die Objektivreinigung verwendest.

  • Einem milchig oder staubig gewordenen Sucher kannst du mit einem sauberen Wattestäbchen und etwas Reiniger zu Leibe rücken.
  • Wattestäbchen und Objektivreiniger eignen sich obendrein für die Säuberung des Bajonetts, der Schnittstelle zwischen Objektiv und Kamerabody. Alternativ verwendest du einfach ein fusselfreies Mikrofasertuch.
  • Auch die Kartenslots brauchen gelegentlich Zuwendung. Der Blasebalg befördert mit wenigen Handgriffen Staubpartikel nach draußen!

Wir hoffen, dir mit unserem Ratgeber zum Thema Sensor-Reinigung eine gute Hilfe an die Hand zu geben und wünschen frohes Putzen!

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