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Olympus verkauft Kamera-Sparte: Der Anfang vom Ende des MFT-Systems?

Japan Industrial Partners soll Kamerageschäft weiterführen

Seit vielen Jahrzehnten (genau genommen 1936) steht der Name Olympus für feinste Kameratechnik aus Japan. Hobbyfotografen und auch professionelle Shooter vertrauen gleichermaßen auf die Kameras, die erstaunlich viel aus dem kleinen MFT-Sensor herausholen. Doch diese Ära scheint nun zu einem Ende zu kommen, denn Olympus verkauft seine Kamera-Sparte!

Diesen für viele überraschenden Schritt gab der Hersteller am Mittwoch (24. Juni) auf der offiziellen Webseite bekannt. Demnach wird Ende des Jahres Japan Industrial Partners (JIP) das Digital Imaging Business übernehmen, das 2014 bereits die VAIO-Computersparte von Sony angekauft hat, von der leider auch nichts mehr zu hören ist.

Olympus‘ Kamerageschäft nicht proftabel genug

In der Ankündigung heißt es, dass man die letzten Jahre versucht habe, sich mit diversen Maßnahmen im umkämpften Markt digitaler Kameras zu behaupten. Unter anderem wurden die Kostenstruktur und die Fertigungsstätten verbessert. Außerdem konzentrierte man sich auf profitablere Kameras und Objektive. Doch trotz aller Bemühungen wurde nach Angaben von Olympus in drei aufeinanderfolgenden Fiskaljahren ein operativer Verlust eingefahren.

Zukünftig will sich Olympus auf sein deutlich größeres aber weniger bekanntes Kerngeschäft, die Medizintechnik, konzentrieren.

„Olympus ist der Ansicht, dass durch die Ausgliederung an JIP und die gemeinsame Führung, die Organisationsstruktur schlanker, effizienter und agiler wird und dies zugleich auch der geeignetste Weg für das Imaging-Geschäft ist, nachhaltig und kontinuierlich zu wachsen sowie weiterhin einen Mehrwert für die Nutzer der Produkte zu bieten.“

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Support für Olympus-Kunden soll (theoretisch) fortgeführt werden

Was der Verkauf der Kamera-Sparte für Bestandskunden bedeutet, ist unklar. Kameras aus den PEN- und OMD-Reihen (z.B. die OM-D E-M1 Mark III) erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Foto-Enthusiasten, auch wegen der nostalgischen Touches.

Zwar ist Teil der Vereinbarung mit JIP, dass die Entwicklung und der Support für Olympus-Produkte weitergehe, doch angesichts des VAIO-Desasters sollte man besser nicht allzu optimistisch sein.

Panasonic hält die MFT-Flagge hoch

Auch dürfte mit dem Rückzug die Zukunft des MFT-Systems stärker denn je in den Sternen stehen. Neben Olympus stellt nur Panasonic Kameras und Objektive für das Micro Four Thirds System her. Preislich spielt man in einer Liga mit hervorragenden APS-C-Kameras und teilweise sogar Vollformat.

Erst im Mai hatte Olympus das 12-45 mm F4 PRO Zoomobjektiv vorgestellt, das u.a. im Kit mit der OM-D E-M5 Mark III verkauft wird.

Was denkst du darüber, dass Olympus sein Kamerageschäft aufgibt? Schreib uns gerne deine Meinung in den Kommentaren.

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3 Antworten auf “Olympus verkauft Kamera-Sparte: Der Anfang vom Ende des MFT-Systems?

  1. Paul sagt:

    Hallo,
    die Erde dreht sich auch ohne Olympus Kameras bzw und MFT weiter ,,Punkt,,.
    Grüssle Paul

    1. Martin von Lens-Aid sagt:

      Das stimmt allerdings! Letztendlich ist es auch nur ein Unternehmen, das wirtschaftliche Interessen verfolgt. Gibt ja noch reichlich weitere Kamerahersteller.

      Danke für deinen Kommentar, Paul.

  2. Daß Olympus seine Kamerasparte nun an Japan Industrial Partners verkauft hat ist sicher ein schwerer Verlust für die ganze Branche.
    Und obwohl ich augenblicklich bei einem anderen Kamerahersteller gelandet bin, so hatte ich doch für die Zukunft einen Umstieg zu
    Micro Four Thirds geplant. Ein System, das den von mir erhofften Gewichtsvorteil wie kein zweites darstellt.
    Und da ich bereits Olympus Kameras hatte, wäre ich auch gern zu dieser Marke wieder zurückgekehrt.

    Der nunmehr verkündete Ausstieg wirft jetzt auch meine Planung über den Haufen. Sicherlich, es wäre auch noch der Einstieg bei
    Panasonic möglich. Mal schaun, was die nächsten Monate bringen werden. Ich werde einen Neukauf bis dahin zurückstellen.
    Ja, und genau das ist es, was das System Micro Four Thirds eigentlich jetzt überhaupt nicht gebrauchen kann.
    Das ist aber der Situation geschuldet, in der ein Verbraucher keine Informationen dazu erhält, wie sich die Hersteller Olympus
    und Panasonic das Zukunftsgeschäft vorstellen. Denn das wird nicht einfach werden.

    Beim Einbruch der Neuverkaufszahlen in den letzten zehn Jahren um 82% wird es eng für alle Hersteller. Eine Rettung in
    hochpreisige Segmente wie Vollformat ist hier sicherlich trügerisch. Der Hochpreiskunde stellt ganz andere Ansprüche an die Ware
    als der kleine Hobbyfotograf. Und vom Massengeschäft dürfte letztendlich jeder Kamerahersteller leben.

    Auffallend ist nur, soviel will ich zum Schluß noch anfügen, daß die Optiken bei Mft größtenteils überteuert sind. Das mag an den
    hohen Entwicklungskosten liegen. Hier sind Hersteller wie Canon und Nikon mit den DSLR Objektiven im Vorteil, weil die
    Entwicklungskosten schon wieder hereingespielt wurden, und keine teuren Neuentwicklungen mehr dazukamen.

    Insofern würde ich Olympus anraten, zum einen Kameras auf den Markt zu werfen, die vielleicht eine Grundausstattung für den
    Fotografen beinhalten, bei Systemverbesserungen jedoch dann upgegradet werden können.
    Zum anderen sollte es möglich werden, bei Neukauf nicht mehr nur mit dem minderwertigeren Kitobjektiv 14-42mm f=3.5-5.6
    abgespeist zu werden, sondern ein Wunschobjektiv zum reduzierten Preis anzubieten.

    Toi, toi, toi für Olympus!

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