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Spiegellose Systemkameras: Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Fujifilm X100V spiegellose Kameras Vor und Nachteile 2 - Spiegellose Systemkameras: Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vor ein paar Jahren gab es nur die Möglichkeit, zwischen Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras zu wählen. Mittlerweile gibt es aber ein tolles “Zwischensegment” mit den Systemkameras, die viele positive Aspekte der früheren Kameratypen vereinen. Die spiegellose Systemkamera ist leicht und klein wie eine Kompaktkamera, kann aber technisch mit einer Spiegelreflexkamera mithalten. Ein guter Grund für uns, die Systemkameras einmal genau zu untersuchen. Wir zeigen dir die Vor- und Nachteile der spiegellosen Systemkamera auf und verraten dir ganz nebenbei, welcher Unterschied zu einer Spiegelreflexkamera besteht.

Was genau ist eine spiegellose Systemkamera?

Um zu klären, welche Vor- und Nachteile spiegellose Systemkameras bieten, müssen wir erst einmal klären, was spiegellose Systemkameras sind und worin genau der Unterschied zu einer Spiegelreflexkamera besteht. Im Klartext: Warum arbeitet die Spiegelreflexkamera mit Spiegeln, während die spiegellose Systemkamera gänzlich darauf verzichten kann?

Schauen wir uns dafür das bekannte System der Spiegelreflexkamera (DSLR → “Digital Single Lens Reflex”) an. Damit du deine Bilder aufnehmen kannst, arbeitet die DSLR mittels Spiegel, die in einem Prisma angeordnet sind. Wenn dein Blick durch den Sucher fällt, siehst du exakt das Bild, was du aufnehmen möchtest. Es wird durch die Spiegel zu deinem Auge transportiert und im Sucher angezeigt. Ist deine Bildkomposition abgeschlossen, drückst du auf den Auslöser und fängst dein Bild ein. Beim Auslösen gibt es ein mechanisches Klacken. Es entsteht, wenn einer der Spiegel nach oben klappt und Licht auf den Bildsensor lässt. Sobald Licht auf den Bildsensor fällt, ist dein Bild im Kasten.

Wie du unschwer vermuten kannst, gibt es bei der spiegellosen Systemkamera (DSLM → “Digital Single Lens Mirrorless”) keinen Spiegel. Das System, das in der bisherigen Fotografie hervorragende Bilder geliefert hat, fällt einfach weg. Die spiegellose Systemkamera funktioniert elektronisch. Das Licht erreicht den Bildsensor dauerhaft, sodass du permanent auf dem Display und im Sucher deinen Bildausschnitt und deine Bildkomposition sehen kannst. Beim Auslösen muss kein Spiegel wegklappen, sodass dein Bild direkt abgespeichert wird. Der Unterschied bei den Modellen besteht also darin, dass sie komplett anders arbeiten und trotzdem das gleiche Ergebnis liefern.

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Welche Vorteile bietet die spiegellose Systemkamera?

  • kompakte Maße
  • geringes Gewicht
  • elektronischer Sucher
  • gute Geschwindigkeit in der Serienbildaufnahme
  • hochwertige Videofunktion
  • große Zubehörauswahl

DSLM punktet mit geringen Maßen

Widmen wir uns zuerst dem ersten Punkt auf der Liste: kompakte Maße. Wenn du mit deiner Spiegelreflexkamera schon einmal in den Urlaub gefahren bist, wirst du gemerkt haben, wie viel Gepäck zusammenkommt. Nicht nur der Body der Kamera fällt je nach Modell recht groß aus, sondern auch die Objektive, das Stativ und die Kameratasche. Alles zu verstauen oder mit sich zu führen, ist manchmal ganz schön aufwendig. Hier kann die spiegellose Systemkamera ganz klar punkten. Da keine Spiegel eingebaut werden müssen, kann sie mit kompakten Maßen von sich überzeugen. Insbesondere Systemkameras mit MFT-Sensoren fallen sehr klein aus und passen in jede Jackentasche. Kommt dann noch ein Pancake-Objektiv dazu, kannst du tolle Bilder aufnehmen und die Kamera gleichzeitig ohne Probleme transportieren. Klug ist zudem, wer auf ein Reise-Objektiv setzt, denn das nimmt unterwegs wirklich wenig Platz weg.

Geringes Gewicht

Ein weiterer Punkt, der dir unterwegs zugutekommt, ist das geringe Gewicht der Systemkamera. Da bei der DSLM kein Spiegel verbaut werden muss, ist die Kamera viel leichter als eine Spiegelreflexkamera. Natürlich gibt es auch größere Modelle, die aber trotzdem mit einem geringen Gewicht überzeugen. Grob gesagt, sind Systemkameras rund 100 Gramm leichter als Spiegelreflexkameras. Dir bringt dieser Umstand auf Reisen den Vorteil, dass du die Kamera problemlos transportieren kannst.

Je nachdem, was für ein Objektiv dran ist, können sich Maße und Gewicht allerdings etwas relativieren und der Unterschied zur DSLR ist nicht mehr ganz so groß.

Hinweis: Manchmal kann es aber auch sein, dass ein Ungleichgewicht aufgrund eines angebrachten Objektivs entsteht. Wenn das Objektiv recht schwer ist, der Body der Systemkamera aber leicht, musst du die ganze Kamera zum Fotografieren erst ausbalancieren. Nach und nach hast du den Dreh aber heraus, sodass bei häufigem Gebrauch der Kamera keine Nachteile für dich entstehen.

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Elektronischer Sucher

Eine Spiegelreflexkamera arbeitet mit einem optischen Sucher, eine spiegellose Systemkamera hingegen mit einem elektronischen Sucher. Der elektronische Sucher bietet den Vorteil, dass dein Motiv auf der Kamera dauerhaft digital angezeigt wird. Alle Einstellungen die du machst, werden direkt im Sucher und auf dem Display umgesetzt. Darüber hinaus kannst du dir Informationen einblenden lassen wie Bildraster, Histogramm, Belichtungszeit oder Blende. Das hilft nicht nur Anfängern, die perfekte Bildkomposition zu bekommen.

Geschwindigkeit in der Serienaufnahme

Wenn du Serienaufnahmen machen möchtest, kommt dir deine DSLM zugute. Die Geschwindigkeit in der Serienbildaufnahme ist bei Systemkameras höher als bei Spiegelreflexkameras. Viele Kameras schaffen über elf Bilder pro Sekunde, sodass du in der Bewegung keine Aktion verpasst. Eine Spiegelreflexkamera hingegen ist langsamer, da – salopp gesagt – ihr Spiegel jedes Mal pro Bild klappen muss und dieser Umstand Zeit kostet.

Hinweis: Der Autofokus wird bei Systemkameras häufig als sehr schnell beschrieben. Tatsächlich arbeitet der Autofokus bei guten Systemkameras aber nur genauso schnell wie bei Spiegelreflexkameras. Der Unterschied zeigt sich hier aber wieder beim Messfeld, denn Systemkameras bieten mehr Messfelder, auf denen du den Autofokus legen kannst.

Hochwertige Videofunktion

Systemkameras sind Vorreiter im Videobereich. Du kannst ohne Probleme 4K-Videos aufnehmen, die mit dem integrierten Bildstabilisator richtig professionell aussehen. Ein Trend, der bei den Spiegelreflexkameras bisher noch nicht richtig angekommen ist. Da bei den Spiegelreflexkameras der Spiegel beim Filmen dauerhaft hochgeklappt sein muss, ist das Fokussieren deutlich langsamer. Bei den Systemkameras fällt das Licht dauerhaft auf den Bildsensor, sodass sie schneller reagieren und schärfere Bilder liefern.

Große Zubehörauswahl

Da Spiegelreflexkameras schon seit längerem auf dem Markt zu finden sind, gibt es viel Zubehör. Doch auch die Systemkameras holen auf. Ihre Zubehörauswahl ist mittlerweile sehr groß. Es gibt viele Objektive bekannter Hersteller und auch Dritthersteller wie Sigma oder Tamron bieten viel Zubehör für DSLMs an. Darüber hinaus gibt es Kameragurte, Kamerataschen und -rucksäcke sowie Reinigungszubehör.

Tipp: Wenn du noch alte Objektive deiner Spiegelreflexkamera besitzt, kannst du sie zum Teil mit einem Adapter für deine Systemkamera nutzen. Viel Hersteller bieten Adapter für diesen Zweck an.

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Welche Nachteile bietet die spiegellose Systemkamera?

  • geringere Akkulaufzeit
  • Ergonomie
  • etwas höherer Kostenfaktor

Geringere Akkulaufzeit

Da bei einer Systemkamera alles elektronisch vonstattengeht, benötigt sie mehr Strom als eine Spiegelreflexkamera. Die Displays benötigen hierbei den meisten Strom, womit die Akkulaufzeit reduziert wird. Wenn du eine längere Fototour planst, solltest du auf genügend Ersatzakkus setzen.

Ergonomie

Die Systemkamera ist oftmals kleiner als die Spiegelreflexkamera. Knöpfe und Schalthebel sind kleiner, genauso die Objektive. Menschen mit großen Händen oder Menschen, die an die Handhabung und die Größe der Spiegelreflexkamera gewöhnt sind, müssen sich erst einmal umgewöhnen. Das kann einige Zeit dauern, wenn die Kamera nicht häufig benutzt wird.

Etwas höherer Kostenfaktor

In der Anschaffung sind gute Systemkameras oft genauso kostspielig wie Spiegelreflexkameras. Der Body ist also kein außergewöhnlicher Kostenfaktor – weder im unteren noch im oberen Preissegment. Einzig und allein der Preisunterschied bei der Objektivwahl fällt auf. Die Objektive kosten bei den Systemkameras häufig ein wenig mehr.

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