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Mythos Megapixel: Darum sind mehr Megapixel nicht immer gut

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12 MP, 50 MP oder gar 100 MP? Wenn du einen Blick auf den Kameramarkt wirfst, wirst du feststellen, dass immer mehr Kameras mit mehr Megapixel werben. Die Fujifilm GFX 50SR* hat 50 MP, die Canon EOS 5DS R besitzt ebenfalls 50 MP und die Fujifilm GFX100 S* überzeugt sogar mit 100 MP. Doch warum ist das so? Wieso werben Hersteller als Erstes noch immer mit der Anzahl der Megapixel und nicht mit einem schnelleren Autofokus oder einem hervorragenden Bildstabilisator?

In einer Welt, in der es immer darum geht, das Meiste und das Größte zu haben, ist es bei den Kameras nicht anders. 100 Megapixel hört sich in der Werbung natürlich besser an als „nur“ 12 Megapixel. Je mehr, desto besser wird dir schon von klein auf beigebracht. Wenn ein Hersteller also mit 100 MP statt 50 MP wirbt, sieht das Angebot auf den ersten Blick erst einmal gut aus. Viele Menschen fallen darauf herein, da mehr natürlich grundsätzlich besser sein muss. Doch ist dies auch im Falle der Megapixel so? Dem gehen wir heute auf den Grund und verraten dir, worauf du beim Kauf einer Kamera – neben der Megapixel – achten solltest.

Was genau sind Megapixel eigentlich?

Kamera- und Smartphone-Hersteller werben mit immer mehr Megapixel. So gibt es beispielsweise Kameras mit über 100 MP wie die Fujifilm GFX 50SR* oder Smartphones mit 100 MP wie das Samsung S21 Ultra*. Doch was sind Megapixel eigentlich und wieso sollten die Bilder besser werden, wenn mehr Megapixel im Spiel sind?

Bei dem Begriff Megapixel handelt es sich vereinfacht gesagt um Bildpunkte. Ein Pixel ist dabei ein Bildpunkt. Er hat einen einzelnen Farbwert und ist in einer Rastergrafik angeordnet. Alle Bilder und Aufnahmen, die du machst, bestehen aus vielen Bildpunkten (Pixel). Alle Bildpunkte zusammen ergeben später ein Bild. Jeder Pixel stellt einen winzig kleinen Teil des Bildes dar, das später erkenntlich zu einem Gesamtbild zusammengefügt wird.

Stelle dir zur Vereinfachung einen Bildpunkt vor, als würdest du ein Bild mit Filzstiften zeichnen und dieses nur mit Punkten herstellen. Du zeichnest keine Striche, sondern nur Punkte. Alle Punkte zusammen ergeben von Weitem ein ganzes Bild. Ein Punkt wäre gleichbedeutend mit einem Pixel. Megapixel ist dabei die Steigerung. Ein Megapixel besteht aus einer Million Bildpunkten.
Um bei der Filzstiftmethode zu bleiben: Würdest du ein Bild mit einem Megapixel malen, würdest du eine Million Punkte dafür benötigen. Da Fotos aber viel detailreicher sind, bestehen sie aus mehr als einem Megapixel. Um viele Details zu erschaffen und diese klar darzustellen, arbeiten Kameras heute mit bis zu 100 MP. Hat eine Kamera beispielsweise zwölf Megapixel, besteht das Foto aus zwölf Millionen Bildpunkten.

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Sind mehr Megapixel besser?

Bei vielen Herstellern von Kameras und Smartphones geht es schlichtweg um das Prinzip „je mehr, desto besser“. Natürlich sieht es auf dem Papier gut aus, wenn die neue Kamera oder das neue Smartphone mit mehr Megapixel daherkommen. Käufer, die keine Ahnung von dem Zusammenhang zwischen Megapixel und Sensor haben, fallen natürlich darauf herein. Mehr verspricht also mehr, kann aber oftmals weniger halten.

Häufig wird automatisch impliziert, dass eine Kamera mit mehr Megapixel natürlich hochwertiger sein muss als das Vorgängermodell, das weniger Megapixel hat. Doch wie sieht das in der Realität aus? Nehmen wir das neue iPhone als Beispiel. In den letzten Jahren hat sich das iPhone massiv verbessert, doch die Anzahl der Megapixel ist gleich geblieben. Zwölf Megapixel werden seit dem iPhone 7 verbaut und doch hat sich die Bildqualität positiv verändert. Wie kann das sein?

Nur mehr Megapixel ergeben kein besseres Bild

Um zu verstehen, warum mehr Megapixel nicht unbedingt für Qualität sprechen, solltest du dir den Zusammenhang von Megapixel und Sensor einmal anschauen. Natürlich verhelfen mehr Megapixel zu einer besseren Bildqualität, aber auch nur, wenn der Sensor in der Lage ist, diese bessere Qualität aufzunehmen und zu verarbeiten. Bei der Aufnahme eines Bildes spielen viele Faktoren im gegenseitigen Wechselspiel eine Rolle. Alle zusammen wirken sich auf das Endergebnis, nämlich ein schönes Foto oder ein tolles Video aufzunehmen, aus. Das erklärt auch, warum das neue iPhone auf weniger Megapixel setzt und stattdessen die Größe des Sensors verändert hat.

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Welche Rolle spielt die Größe des Sensors in Bezug auf Megapixel?

Je größer der Sensor der Kamera oder des Smartphones ist, desto größer sind auch die einzelnen Pixel, die aufgenommen werden. Je größer die Pixel bei einer Aufnahme sind, desto höher ist die Lichtempfindlichkeit. Das heißt also: Je lichtempfindlicher der Sensor ist, desto detailreicher kann eine Aufnahme sein.

Beim Vorgang des Fotografierens trifft Licht auf den Sensor, der wiederum die Informationen in Form eines digitalen Signals umwandelt. Mehr Megapixel sind also nicht immer gut, wenn der Sensor nicht mitspielt. Ist er klein, kann deine Kamera noch so viele Pixel haben. Die Informationen werden nicht an die Pixel weitergegeben und so sind deine Bilder schlichtweg nicht so detailreich. Im Gegenteil: Sind zwar viele Megapixel vorhanden, der Sensor aber klein, stagniert die Auflösung, wodurch die Qualität der Aufnahme abnimmt.

Darüber hinaus punktet ein großer Sensor ebenfalls bei dunklen Aufnahmen. Er reduziert das Rauschen und die Unschärfe bei Dämmerung oder in der Nacht, da mehr Licht in den Sensor einfallen kann. Daraus folgt, dass die Aufnahme klarer und detailreicher sein kann.

Hinweis: Wenn du ein Foto in DIN A4 entwickeln lassen möchtest, reichen schon 6 Megapixel aus, um es detailreich darzustellen.

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Gibt es noch andere Parameter, die wichtig sind für gute Aufnahmen?

Ja, die gibt es. Wenn die Anzahl der Megapixel und die Größe des Sensors übereinstimmen, können hervorragende Bilder und Videos aufgenommen werden. Doch nicht ausschließlich der Sensor und die Pixelanzahl machen ein detailreiches Foto aus. Folgende andere Parameter sollten auch noch gegeben sein:

Gutes Kameraobjektiv

Deine Kamera kann noch so gut sein, wenn dein Objektiv schlecht ist. Das Objektiv nimmt die Lichtinformation in Form eines Bildes auf und leitet sie an den Sensor weiter. Nehmen wir an, du hast eine hohe Megapixelanzahl und einen großen Sensor, aber dein Objektiv ist nicht gut: dann kann dein Objektiv die Lichtinformationen nicht richtig weitergeben. Der Sensor kann sie nicht auswerten und so entsteht ein unscharfes Bild, auf dem Details verloren gehen. Das ist häufig das Problem bei Kompaktkameras. Sie besitzen zwar viele Megapixel, können aber aufgrund des eher schwachen Objektivs eigentlich nichts damit anfangen. Im Gegensatz dazu ist eine Spiegelreflexkamera mit großem Wechselobjektiv gut geeignet, um hochwertige Aufnahmen zu machen.

Schneller Autofokus

Je langsamer der Autofokus, desto schlechter wird die Aufnahme. Der Autofokus sollte möglichst schnell reagieren und scharf stellen, damit du jederzeit ein tolles Bild machen kannst. Braucht der Autofokus deiner Kamera zu lange oder stellt gar nicht erst scharf, ist entweder das Motiv schon wieder weg oder du fotografierst es unscharf. Ein schlechter Autofokus kann auch häufig keinen niedrigen Kontrast erkennen. Fotografierst du etwa deine weiße Katze auf einem weißen Teppich, hat der Autofokus ein Problem, das Bild scharfzustellen. Um herauszufinden, welche Einstellungen du mit deinem Autofokus machen kannst, haben wir dir einen kleinen Leitfaden zum Thema Autofokus an die Hand gegeben.

Hochwertige Bildstabilisierung

Ein guter Bildstabilisator ist wichtig, damit du hochwertige Aufnahmen machen kannst. Fotos und Videos, die bei wenig Licht aufgenommen werden, sind weniger verwackelt und scharf mit einer guten Bildstabilisierung. Darüber hinaus gleicht der Bildstabilisator kleine Wackler beim Halten der Kamera aus. Falls du Langzeitaufnahmen machen willst (beispielsweise von fließendem Wasser), setze am besten auf ein Stativ.

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