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Fotograf Maximilian Lehrke: „Am Island-Vulkan waren wir schon nervös“

Ob in den Bayrischen Alpen, auf einem Vulkan in Island oder in der afrikanischen Wildnis – überall wo es spektakuläre Aufnahmen zu holen gibt, ist Max Lehrke nicht weit. Der Fotograf und Explorer hat uns im Rahmen der „Ask the Pro“-Reihe Rede und Antwort gestanden.

Hier ist das Transcript – möchtest du dir das Interview nebenbei anhören, dann scroll nach ganz unten und starte das Video! 👍

Was für Fotoaufträge machst du und wann was war dein erster bezahlter Auftrag?

So, wie es häufig in der Fotografie ist, braucht man manchmal das Quäntchen Glück. Ich hatte Bilder in einem Haus von Bekannten hängen, die sich diese vorher ausgesucht hatten. Es waren Tierfotos aus Namibia und Südafrika. Bei ihnen zu Besuch war ein Pärchen, das gerade eine neue Kinderarztpraxis gegründet hatte und noch Bilder brauchten und sagten: „Hey, hat der Max nicht auch Bilder von Tierbabys?“ So sind wir in Kontakt gekommen und ich konnte die Praxis mit entsprechenden Bildern ausstatten.

Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…

Aktuelle Aufträge generieren sich generell über meine Homepage im Rahmen meines Verkaufsshops. Ansonsten ist viel Content Creation aktuell am Start, was bedeutet, dass ich mit Unternehmen zusammenarbeite und in erster Linie für die Homepage oder für Produktwerbung entsprechende Bilder, vor allem im Adventure- und Outdoor-Bereich, kreiere.

Da ist es mir sehr wichtig, dass die Unternehmen immer einen für mich gewinnbringenden Effekt haben, vor allem im Nachhaltigkeitsbereich. Dass das Unternehmen einen Baum pflanzt oder die Produkte aus etwas hergestellt sind, wie z.B. dass die Produkte ökologisch fair und vegan sind, dass sie vielleicht aus Plastikmüll vom Ozean hergestellt werden. Also irgendwie, dass eine Verbindung zur Natur besteht.

Auf welche Fotomotive hast du dich spezialisiert? Hast du einen absoluten Favoriten?

Das hängt sehr von der Stimmung ab. Ich bin ein Typ, der gerne kombiniert, also speziell Fotomotive. Was ich äußerst gerne mag, ist etwas, wofür man auch einen Einsatz gezeigt hat. Also beispielsweise das frühe Aufstehen aus dem Bett, um einen schönen Sunrise für sich zu gewinnen mit am liebsten dann Wolken oder Nebelspiel.

Ansonsten auch mega gerne nach irgendeinem anstrengenden Hike, wo man oben ankommt und kaum noch Kraft hat. Aber man kann geile Bilder machen, die vielleicht nicht jeder hat. Das ist so meine Spezialisierung, die mir immer große Lust bereitet.

Auch diesen Tukan hat Max Lehrke vor seine Linse bekommen

Ansonsten beschränkt es sich bei mir auf den Landscape und Wildlife Bereich, aber auch auf die Content Creation, wie gerade erwähnt, aber dann eben in das Adventure eingebunden. Ein absoluter Favorit ist sehr schwer zu sagen. Auf jeden Fall schönes gutes Licht, das ist für mich ganz wichtig, weil es mir auch immer ein Stück weit Wärme ums Herz gibt. In diesem Jahr war der Vulkanausbruch auf Island ganz besonders, wo wir zum großen Glück zufällig vor Ort waren. Das bereitet mir heute noch Gänsehaut.

Du warst vor kurzem auf Island und hast einen Vulkanausbruch fotografiert. Worauf kommt es bei so einem Shooting an?

Ich glaube bei der Tageszeit würde man sich klar wünschen, dass das Ganze mit Sunrise oder Sunset verbunden ist, um noch einmal das „i-Tüpfelchen“ zu gewinnen oder vielleicht sogar mit Northern Lights. Doch ich glaube, wenn man bei solch einem mega einmaligen Event dabei ist, kommt es auf die Tageszeit schon gar nicht mehr an. Denn das Foto, dass du kreierst, ist mit einem Gefühl verbunden und das Gefühl einer solchen Situation ausgesetzt zu sein, ist unbeschreiblich.

Ich glaube einfach, dass man dabei nicht vergessen darf, was man gerade erlebt und dass es einem auch unglaublichen Spaß bereitet, so etwas live zu sehen. Man sollte sich in solchen Situationen nicht aus der Fassung bringen lassen.

Lava auf Island

Das bedeutet, sich vielleicht auch mit den anderen Jungs abzusprechen. Auch ein bisschen Perspektivwahl vor Ort zu treffen, um dann tatsächlich fokussiert genau die Chops zu setzen, die man auch im Blick hat. Auch mal kreativ zu werden, etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht mal unter den Rand gehen, schauen, was man in den Vordergrund mit reinnehmen kann, wie schon verhärtete oder getrocknete Lava.

Man sollte einfach versuchen sich immer wieder zu fokussieren und wieder zu sich selbst zu finden und zu sagen: „Hey, das ist ein mega geiler Moment, den du erlebst und jetzt ist „day due“ und bleib dran, mach deine guten Chops.“

Ein kleiner Nachtrag dazu, das darf man natürlich nicht vergessen. Natürlich war ich auch nervös. Es war nicht so, dass ich dachte, hey ja, cooler Vulkan und ich krieg das jetzt ganz leicht über die Schulter gebacken. Ne, ne. Wir waren alle sehr nervös. Das darf man eben auch nicht schmälern, wir waren auch nervös und da muss man am Ende halt das Quäntchen Glück haben, den einen oder anderen coolen Shot mitgenommen zu haben.

Wie sieht dein „normaler“ Ablauf für einen deiner Aufträge aus?

Also zunächst einmal ist es so, dass die Unternehmen mit einer ziemlich allgemeinen Anfrage auf mich zukommen und ich schaue dann, wo sich das Unternehmen am besten in meinem nächsten kleinen lokalen oder aber nationalen oder internationalen Abenteuer einbinden lässt, und kommuniziere das entsprechend.

Im Fall von Island ist es dann eben so, dass man in die Vorbereitung reingeht und schaut, was haben wir für Mood Positions, um welche Landscape dreht es sich. Sind es Berge, ist es eher das Meer, sind es die schroffen Felslandschaften, sind es die Wasserfälle? Man sollte auch ein bisschen abchecken, wo das Produkt auch ganz gut hineinpassen würde.

Max zieht es auch des Öfteren in die Berge, wo dann solche Aufnahmen bei rauskommen

Ich bin gar nicht der Typ, der sich eine krass große Shotliste macht, sondern eher derjenige, der auch mal spontan guckt. Immer schauen, dass man die Sache und seinen Fotorucksack dabei hat, die sich in der Natur auch ganz gut platzieren lassen. Von der Post Production ist es dann so – ich zähle zu Post Production auch, wenn ich die ersten Bilder schon gemacht habe – ich schaue sie am Abend immer durch und mache mir auch eine kleine Liste, um zu schauen, dass man am Ende des Trips eine ganze Auswahl bereit hat.

In der Post Production selektiere ich die Bilder zunächst einmal und schaue dann, dass ich die Anzahl, die sich das Unternehmen wünscht, auch zusammenbekomme. Dann entscheide ich vor Ort, zu Hause am Laptop, beim Editing recht spontan, welche Bilder es dann werden und welche nicht.

Wenn du dich für eine Kamera und ein Objektiv entscheiden musst – welches wäre das?

Sehr schwierig, weil ich auch Drohne fliege, also lasse ich die mal außen vor. Wenn ich mich für eine Kamera entscheiden müsste, dann wäre es meine Canon EOS 6D Mark 2 und mein 24/70 F2.8. Hat den Hintergrund, dass man einfach super viel abdecken kann.

Der Fotograf, dem die Tiere vertrauen: Max Lehrke

Knackscharfe Bilder, das Objektiv ist echt die Wucht, die 24mm geben dir eine gute Range für Landscapebilder. Die 70mm geben dir auch schon erste Detailaufnahmen. Man kann mega schöne Porträts und Produktfotos machen, man kann Landscape schießen. Einziges Problem ist der Wildlife Bereich, da muss man eben umswitchen. Aber für den guten knackigen Allrounder, der bei mir immer als erster auf der Kamera sitzt, ist das 24/70 F2.8.

Welche wichtigen Dinge (neben der Kamera) hast du immer dabei?

Ich lasse jetzt mal diese Basics wie Stativ, Filter, etc. außen vor.  Bei meinem Fotorucksack ist es beispielsweise, gerade wenn wir auf großen Wanderungen sind, eine Notfallpfeife.Falls mir mal irgendwas passieren sollte, ich rutsche ab und bin alleine unterwegs, dass vielleicht durch das laute piepsende Geräusch die Hoffnung besteht, dass mich jemand in den Bergen finden kann.

Ich hoffe, dass passiert mir nie, aber besser dort „safety first“ zu handeln. Ansonsten habe ich auch immer eine Taschenlampe dabei. Wenn es bei einem Sunset spät wird und man ist doch höher als gedacht, dass man in jedem Fall sicher, vor allem verletzungsfrei, unten wieder ankommt. Ich würde diese Frage mit gesundheitlichen Gründen verknüpfen, die man durchaus schaffen kann, wenn man das eine oder andere Essential oder Must Have dabei hat.

Die Nordlichter

Dein ultimativer Tipp für Nachwuchsfotografen?

Ich denke, dass das hauptsächlich der Spaß bei der Fotografie ist, dass man sich nicht frustrieren lassen sollte. Man fängt vielleicht am Anfang mit einer weniger leistungsstarken Kamera an, was überhaupt nicht schlimm ist.

Am Anfang ist es äußerst wichtig, deinen eigenen Stil zu finden. Zu schauen, wie man mit dem Vordergrund spielen kann, mit einer hohen oder einer niedrigen Blende, was die Kamera überhaupt alles leisten kann, um dann die entsprechenden Motive, die Nische zu finden, wo du Lust darauf hast.

Gib nie auf, schau, dass du deine Kamera vielleicht mal in ungewöhnlichen Situationen dabei hast und sagst: „Hey, ich mache jetzt mal gerade einen Snap.“ Vielleicht kommt etwas Cooles daher, das hilft in jedem Fall.

Man sollte zwar immer gut vorbereitet sein, aber nutze auch die spontanen Momente, Spontanität ist manchmal Qualität. Es kommt wesentlich mehr noch daher, wenn du dynamisch unterwegs bist. Klar, hab‘ dein Stativ dabei, aber sei auch der Typ, der das Stativ auch mal weglässt, um dann vielleicht auch mal den Stein in den Vordergrund zu nehmen oder am Fluss ein Stück weit mehr individuell zu spielen.

Und ich glaube, wenn ihr euch dort draußen ausprobiert, austobt und vor allem Spaß bei der Sache habt, dann seid ihr sicherlich auf eurem persönlichen richtigen Weg.

Danke an Max Lehrke für das ausführliche Interview! Willst du mehr über ihn wissen, dann besuche gern seine Webseite www.maximilianlehrke.com und seinen Instagram-Channel @maximilian.lehrke.

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