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Dodge & Burn: Was ist das und warum ist es so beliebt bei Fotografen?

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Dodge & Burn ist vielen Fotografen ein Begriff. Wenn du deinem Bild mehr Aussagekraft verleihen willst, ist Dodge and Burn genau das Richtige für dich. Du rückst die Highlights deiner Aufnahme in den Fokus und stellst Nebensächliches in den Hintergrund.

Dabei ist Dodge & Burn keine Technik, die du bei der Aufnahme beachten musst, sondern lediglich eine Möglichkeit zur Bildnachbearbeitung. Ob du dich für die analoge oder digitale Dodge & Burn-Technik entscheidest, bleibt dir überlassen. Die Technik macht deine Bilder spannender und lenkt den Blick des Betrachters dorthin, wo du ihn haben möchtest.

Doch um welche Nachbearbeitung handelt es sich bei Dodge & Burn und wie kannst du die Technik am besten bei deinen Fotos einsetzen? Wir verraten dir jetzt, was genau Dodge & Burn ist und wie du die Bildnachbearbeitungs-Technik für deine Fotos nutzen kannst.

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Was ist Dodge & Burn?

Bei Dodge & Burn handelt es sich um eine Nachbearbeitung deiner Fotos mit einem Bildbearbeitungsprogramm. „Dodge“ (auch Dodging genannt) bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel wie „aufhellen“. „Burn“ (auch Burning genannt) bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel wie „abdunkeln“. Im Endeffekt hellst du manche Bereiche deines Bildes auf, während du gleichzeitig andere Bereiche abdunkelst. Durch das Wechselspiel entsteht ein toller Kontrast innerhalb des Fotos, der Highlights setzt.

Mit Hilfe von Dodge and Burn kannst du den Blick des Betrachters auf eine bestimmte Stelle deiner Bilder lenken und diese damit in den Fokus rücken. Beherrschst du diese Technik, wird nicht nur das Fotografieren, sondern auch das Nachbearbeiten deiner Bilder zum echten Spaß. Du kannst mit einem Foto herumexperimentieren und den Fokus auf verschiedene Punkte setzen. So wirkt dein Bild immer wieder anders. Lebe dich bei deinen Bildern aus. Probiere verschiedene Techniken des Dodge and Burn aus und finde heraus, mit welcher Nachbearbeitung deine Aufnahme am besten wirkt.

Hinweis: Auch wenn du nicht digital arbeitest und deine Fotos noch analog entwickelst, kannst du die Dodge & Burn-Technik anwenden. Es handelt sich dabei nämlich um eine der ältesten kreativen Nachbearbeitungen, die es gibt.

Warum ist Dodge & Burn so beliebt bei Fotografen?

Fotografen setzen gerne auf die Dodge & Burn-Technik, da sie mit dieser Technik ihren Bilder Dramatik verleihen können. Du kannst Teile kaschieren, die nicht so gut aussehen und Motive im Foto hervorheben, auf die es ankommt. So kannst du Augen oder ein Gesicht hervorheben, auf Highlights am Strand aufmerksam machen oder das Tier in der Natur besser darstellen. Auch Sonnenaufgänge und ein toller Wolkenhimmel sehen gleich viel dramatischer aus, wenn du auf diese Technik setzt.

Mit der Vignettierung kannst du beispielsweise ganz leicht den Fokus auf die Mitte lenken, indem du die Ecken des Bildes verdunkelst. Grundsätzlich arbeitest du am besten subtil. Zwar werden die meisten Fotos von Fotografen bearbeitet, aber eben so, dass der Betrachter es nicht merkt. Arbeite daher auch dezent an deinen Fotos und übertreibe es nicht. Teile des Fotos solltest du daher nicht zu dunkel oder zu hell gestalten, damit die Bildbearbeitung nicht negativ auffällt.

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Dodge & Burn: Wie mache ich die Technik?

Du kannst deine Bilder entweder analog oder digital nachbearbeiten, wenn du dich für Dodge an Burn entscheidest. Grundlegend handelt es sich um die gleiche Technik, die aber natürlich unterschiedlich ausgeführt wird. Wir gehen jetzt im Einzelnen darauf ein, wie du deine Bilder mit der Dodge & Burn-Technik analog und digital bearbeiten kannst.

Analoge Nachbearbeitung mit Dodge & Burn

Wenn du deine Bilder analog bearbeitest und in der Dunkelkammer künstlerisch tätig wirst, kannst du dein Bild „Dodgen“, indem du es nicht komplett belichtest. Du brauchst quasi eine Blockade in Form eines Kartons oder eines Papiers, das das Licht daran hindert, das ganze Bild zu belichten. Achte dabei aber darauf, dass keine anderen, störenden Umrisse (wie deine Hände oder der Schatten deines Arms) mit auf das Bild gelangen.

„Burnen“ funktioniert ähnlich einfach. Dafür lässt du einfach mehr Licht durchfallen, als beim restlichen Bild. Dies kann ebenfalls wieder mit einem Karton oder Papier gemacht werden. Der Bereich, der nicht mehr Licht abbekommen hat, wird dann automatisch „geburnt“. Oft hängt in der analogen Nachbearbeitung bei Dodge & Burn das „dodgen“ und „burnen“ zusammen, da immer ein Bereich abgedunkelt oder erhellt wird.

Tipp: Am einfachsten ist Dodge & Burn in der analogen Fotografie und Nachbearbeitung mit einem Stück Karton. Er ist knickstabil und kann ohne Probleme gehalten werden. Wenn du mittig ein Loch in den Karton schneidest und es bei der Bildbelichtung über dein Bild hältst, kannst du deine Abdunklung und deine Aufhellung ganz einfach positionieren. Das funktioniert natürlich auch mit anderen Formen wie einem Stern, einem Rechteck oder einem Quadrat. Wenn du kreativ werden möchtest, kannst du auch auf Silhouetten setzen und diese in deinem Bild mit der analogen Dodge & Burn-Technik einarbeiten.

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Digitale Nachbearbeitung mit Dodge & Burn

Eigentlich alle Fotografen, die ihre Bilder nachbearbeiten, verwenden Dodge & Burn. Wenn du mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop oder GIMP arbeitest, ist das Nachbearbeiten mit Dodge & Burn ganz einfach.

In Photoshop gibt es die Symbole eines Lollis für „Dodging“ und eine Hand, die einen Kreis formt, für „Burning“. Wenn du die deutsche Version von Photoshop nutzt, werden die Werkzeuge als „Abwedler-Werkzeug“ und „Nachbelichter-Werkzeug“ benannt.

Falls du lieber mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm GIMP arbeitest, sehen die Symbole gleich aus. Du findest beide Dodge & Burn-Werkzeuge unter „Werkzeuge“ mit der Unterkategorie „Malwerkzeuge“. Dort wählst du „Abwedeln/Nachbelichten“ aus und schon kannst du loslegen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, ein anderes Bildbearbeitungsprogramm zu nutzen. Folgende Optionen stehen dir offen dabei offen: Paint.NET, Lightroom, Capture One, Pixlr Editor, Pixlr X, Krita, RawTherapee oder auch PhotoScape X. Grundsätzlich heißt das Werkzeug bei den Bildbearbeitungsprogrammen auf Englisch „Dodge & Burn“ und auf Deutsch „Abwedeln & Nachbelichten“. Halte in deinem Bearbeitungsprogramm Ausschau danach, um dir die Technik aneignen zu können.

Tipp: Um das Abwedler- und Nachbelichter-Werkzeug auszuprobieren, ziehe ein gleichmäßig belichtetes Fotos in Photoshop oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm. Probier ein bisschen herum und finde heraus, wie du die Technik für deine Zwecke einsetzen kannst. Schon bald hast du den Dreh heraus.

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Wie verwende ich Dodge & Burn richtig?

Dodge & Burn gestaltet sich als ein recht einfaches Verfahren zur Bildbearbeitung. Es verspricht großen Erfolg, wenn du es nicht übertreibst und damit deine Bilder künstlich aussehen lässt. Geschickt eingesetzt, holt es das Beste aus deinen Aufnahmen heraus. Wir geben dir Tipps, wie du Dodge & Burn richtig umsetzen kannst:

  • Verwende Dodge in Bereichen, die bereits im Schatten liegen
  • Setze Burn in Bereichen ein, die bereits im Hellen liegen
  • Vermeide Halos (wie das geht, verraten wir dir im nächsten Abschnitt)
  • Nutze nicht nur die Werkzeuge „Belichtung“ und die „Helligkeit“ per Schieberegler, sondern auch andere Einstellungen wie „Sättigung“, „Kontrast“, „Klarheit“ oder „Schatten“
  • Nutze auch das Vignetten-Werkzeug für einen Burn-Effekt am Rand
  • Verwende Dodge & Burn subtil und nicht übermäßig

Was sind Halos und wie vermeide ich sie?

Bei einem Halo handelt es sich um einen hellen oder dunklen Lichtschleier, der deine Fotos weniger realistisch aussehen lässt. Halos entstehen, wenn du nicht nur das gewünschte Objekt aufhellst oder verdunkelst, sondern auch die Fläche drumherum. Sie wird dann quasi mit aufgehellt oder abgedunkelt, was einen seltsamen Effekt in Form eines hellen oder dunklen Schleiers zaubert, der dort gar nicht sein sollte.

Um ein Halo zu verhindern, solltest du akribisch nur die Ränder einfärben und nicht das restliche Bild auch noch. Damit alles gut funktioniert, arbeitest du am besten mit Masken. Besonders bei detaillierten Bereichen wie Blättern, Haaren oder auch Sand ist das Arbeiten mit Masken sinnvoll. So bearbeitest du wirklich nur den Bereich, den du auch bearbeiten möchtest.

Extra Tipp: Auch wenn Dodge & Burn eine gute Technik ist, um deine Bilder zu bearbeiten, solltest du andere Bearbeitungsmöglichkeiten nicht außer Acht lassen. Nachbearbeitungen verbessern deine Fotos, aber nicht jedes Gesicht muss aufgehellt und nicht jeder unscheinbare Bereich sollte abgewedelt werden, um Dramatik hervorzurufen. Durch Herumprobieren mit anderen Parametern in deinem Bildbearbeitungsprogramm entstehen häufig die besten Bilder. Bleib also nicht stur bei einer Technik, sondern lebe deine Kreativität aus.

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