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Alexander Lebrenz: Vom Softwareentwickler zum angesagten Food- & Produktfotografen

Wir bekommen immer häufiger Nachrichten von Fotografinnen und Fotografen, die uns Feedback zu unseren Fotohintergründen geben. Darüber freuen wir uns sehr und wir sehen was mit den Flatlays alles möglich ist. Heute möchten wir euch – als Teil eines neuen Formates – den Fotografen Alexander Lebrenz vorstellen, der super kreative Food- und Produktfotografie mit unseren Hintergründen in die Tat umsetzt. Wir haben ihn zum Interview gebeten.

Der Fotograf Alexander Lebrenz

Alexander Lebrenz arbeitet als professioneller Foto und -Videograf in den Bereichen Werbung, Lifestyle und Commercial sowie seit kurzer Zeit als Food und -Produktfotograf. Sein Leitspruch ist, „Do it with Passion or not at all“. Also mach etwas mit Leidenschaft oder lass es ganz.

„Ungestellte Bilder, echte Szenarien, werbewirksame Aufnahmen…das ist die Art der Fotografie, die ich liebe. Zur Fotografie gekommen bin ich auf einem eher unkonventionellen Weg. Ich habe nicht, wie viele andere, schon seit Jahren fotografiert oder bin durch einen Elternteil an die Fotografie herangeführt worden. Bei mir ergab sich die Fotografie eher aus einem Job heraus, den ich sehr lange ausübte.“

Wenig fotografische Vorkenntnisse, aber jede Menge Leidenschaft

Als Softwareentwickler war Alexander knapp 17 Jahre lang Inhaber einer Werbeagentur. Durch den Auftrag eines großen Werbekunden kam er erstmals in Berührung mit der Fotografie. Er sollte nicht nur eine Webseite gestalten, sondern auch eine Printkampagne aufsetzen und dafür brauchte er Bilder der Mitarbeiter und des Interieurs.

„Da ich damals noch keine Fotografen kannte und meine Recherche in der eher ländlichen Umgebung meines Wohnortes keine guten Resultate von Werbefotografen erzielte, bot ich dem Kunden an, selbst eine Kamera zu besorgen und die Kampagne zu shooten. Sollten die Ergebnisse nicht zur Zufriedenheit des Kunden sein, würde ich weiter ausgedehnt nach passenden Fotografen suchen. Ohne fotografische Vorkenntnisse ein ziemlich ‚forscher‘ Vorschlag oder?“

Er kaufte sich die Nikon D700 und dazu eine 85 mm Festbrennweite.

„Ich eignete mir einige Kenntnisse zum manuellen Modus an und schoss sowohl die Mitarbeiterportraits als auch die weiteren Styles für das Unternehmen. Das Endergebnis war, dass mein damaliger Kunde mich aufgrund der Zufriedenheit für fünf weitere Kampagnen buchte und ich so den Einstieg in die Businessfotografie fand. Dieser war für mich allerdings eher leidenschaftslos und jobbedingt. Dies sollte sich allerdings sehr schnell ändern, als mich die Freundin eines guten Bekannten fragte, ob ich für sie ein paar Bilder shooten kann, die sie für ihre Modelagentur benötigt. Ich erfüllte ihr den Wunsch und wir machten ein kleines Sedcardshooting.“

Foto-Aufträge von Agenturen, Models und Schauspielern

Dann ging für ihn alles ganz schnell. Die Modelagentur bot ihm weitere Shootings an und es wurden im Laufe der Zeit deutschlandweit weitere Agenturen auf ihn aufmerksam. Da war seine Leidenschaft für den Job schon vollends entfacht!

„Schon von Anfang an war es mein Ziel, die Bilder so zu schießen, dass sie nicht gestellt aussahen. Bilder in Bewegung, kein direktes Schauen in die Kamera… als wäre ich ein Paparazzo und hätte hinter einem Busch gestanden und heimlich Stars fotografiert. Diese Art von Bildern und mein sehr natürlicher Bildstil kamen bei den Agenturen, Modellen sowie auch bei deren Kunden so gut an, dass immer professionellere Modelle und auch Schauspieler den Weg zu mir fanden und mich buchten.“

Spezialisiert hat sich Alexander Lebrenz auch auf den Umgang mit natürlichem Licht.

„Bis vor Kurzem habe ich sämtliche Shootings nur outdoor mit „available light“ und ohne grosse Hinzunahme von Equipment wie Blitz, Reflektor etc. durchgeführt. Durch Corona habe ich, wie sicherlich fast jeder Fotograf, einen sehr tiefen Einschnitt ins Business erlebt. Modelshootings und Kundenjobs waren von jetzt auf gleich nicht mehr durchführbar und niemand wusste, wann dies wieder so richtig anläuft.“

Weiterbildung via Youtube zum Food-Fotografen

Also bildete er sich, wie es viele heutzutage tun, auf den Youtube-Kanälen deutscher und amerikanischer Fotografen zum Thema Produkt- und Foodfotografie weiter.

„Als leidenschaftlicher Hobbykoch und design-affiner Mensch wuchs in mir der Gedanke, die Zeit des Lockdowns zu nutzen, mich auf diesen Gebieten einzuarbeiten und mein Book somit professionell zu erweitern. Da in den Videos immer von ‚Props‘ und ‚Flatlays‘ gesprochen wurde, also von Utensilien, die zum Food- oder Produktstyling genutzt werden um den Bildern einen tollen und authentischen Look zu verleihen, kam ich unumgänglich auch auf die Idee, mir Flatlays zu bestellen.“

Das perfekte Zubehör für die Studiofotografie

Und jetzt kommen wir ins Spiel: Alexander wurde bei uns im Shop fündig und bestellte direkt 10 verschiedene Fotohintergründe in den Designs Holz, Stein und Farbe. Außerdem holte er sich direkt auch die Lens-Aid Hintergrundhalterung dazu, „um so den Bildern noch mehr Tiefe und Bildwirkung zu verschaffen“.

„Was ich allerdings noch brauchte war Licht. Auch wenn ich ein grosser Fan des vorhandenen Lichts bin, so war mir dies bei der Produkt – und Foodfotografie nicht praktikabel genug. Ich wollte weder auf das Wetter, noch auf Tageszeiten mit gutem Licht angewiesen sein und so informierte ich mich auch hier über Möglichkeiten, sowohl Produkte als auch Food gut auszuleuchten und unabhängig zu sein.“

Seine Wahl fiel auf 2 Godox AD 400 Pro Studioblitze, die seine Foto-Ausrüstung ergänzten.

„Der Vorteil durch die Akkus auch on Location bei potentiellen Kundenjobs unabhängig zu sein, war für mich ebenfalls ein großer Vorteil und Anreiz, mich jetzt auch mit dem Blitzen auseinanderzusetzen. Ich orderte noch zwei grosse Softboxen und Striplights und begann mit meinen ersten Shootings. Hierfür bestellte ich mir günstige Lippenstifte und Make Up bei einer grossen Drogeriekette online um die ersten Schritte in die Produktfotografie zu wagen.“

Die ersten Ergebnisse waren ernüchternd, da entweder die richtige Perspektive nicht gefunden wurde oder die Ausleuchtung der Produkte nicht stimmte. Auch hier kam wieder Youtube und Learnung by Doing ins Spiel.

„Ich hatte ich schnell herausgefunden, wie ich meine Blitze und Softboxen ’setzen‘ muss, um gut ausgeleuchtete Bilder zu erhalten. Mein Ansporn war es allerdings nicht die Produkte und Food einfach nur platt darzustellen, sondern ihnen auch ein wenig ‚Leben einzuhauchen‘ So tastete ich mich langsam heran und fand z.B. heraus, dass Wasser, gemischt mit Glycerin, einfach traumhafte Wasserperlen auf den Produkt und Food erzeugt, die nicht wild hin und her rutschen, sondern schön perlig anhaften. So langsam begann auch hier eine Leidenschaft und ich plante schon vorab, welche Produkte und welches Food ich shooten möchte. Heute ein Burger, morgen Cookies mit Milch… ich konnte es kaum erwarten alle meine neuen Ideen umzusetzen und die Bilder zu sehen.“

Dann haben wir Alexander Lebrenz gefragt, welches Foto-Equipment er neben den Flatlays noch für seine Studiofotografie einsetzt und wie er sich auf Shootings vorbereitet.

„Das ist ganz unterschiedlich. Als erstes achte ich darauf, dass das Produkt oder das Food welches ich shooten möchte, eine Einheit ergeben und harmonisch wirken. Dies können z.B. gleiche Farbharmonien oder Props sein. Danach mache ich mir Gedanken um die richtige Perspektive. Wie möchte ich die Produkte oder das Food präsentieren? Eher von vorne mit einem zweiten Flatlay als Hintergrund oder mit nur einem Flatlay als Untergrund.? Als letztes mache ich mir Gedanken um den Look des Bildes. Möchte ich eher harte Schatten erzeugen oder soll alles eine ‚weiche‘ Einheit ergeben? Um aufzuhellen oder abzuschatten, nutze ich zwei bis drei Abschatter oder Aufheller, je nach gewünschtem Look.

Interessante Deko vom Flohmarkt

„Hier reicht oft schon ein schwarzes oder weisses Stück Pappe oder Bastelkarton aus dem Schreibwarenladen. Ich habe das Glück, dass meine Frau bis vor einiger Zeit Möbel im sogenannten ‚Shabby Chic Style‘ aufgearbeitet hat und viel auf Flohmärkten unterwegs war, so dass hier noch einiges an Props und Deko vorhanden ist, die ich wunderbar für meine Produkt- und Foodshots verwenden kann. Hierzu gehören beispielsweise alte Holzbretter, Dekoschalen, Pfannen, Besteck etc. Und natürlich Gewürze und alles was dazugehört um die Foodshots ‚aufzupimpen‘.

Zu seinem Equipment gehören die Canon R6 und die Canon R5. Letztere eigne sich mit ihren 45 Megapixeln hervorragend für die Produktfotografie, um die Bilder trotz Zuschnitts noch in einer hohen Auflösung dem Auftraggeber liefern zu können.

„Als Objektive nutze ich für Food und Produkte eigentlich ausschliesslich das Canon 50mm für Over Head-Aufnahmen und das 100mm Makro für Detailaufnahmen. Beide ergänzen sich sehr gut um unterschiedliche Looks und Perspektiven der Produkte oder des Foods zu erzielen. Bis auf die Over Head-Aufnahmen nutze ich ein ’normales‘ Dreibein-Stativ um die Kamera stabil zu halten und ohne Verwackler schiessen zu können. Dies ist gerade bei manuellem Fokus sehr wichtig.“

Selbstgebasteltes Equipment ist besser als gar kein Equipment

Wenn Fotograf Alexander Lebrenz sein Set aufgebaut hat, switcht er auf den manuellen Modus um und löst per Fernauslöser aus. Für Over-Head-Fotos musste er aber selbst kreativ werden und seine Bastelkünste unter Beweis stellen. Seine Lösung beinhaltet zwei Lampenstative und eine Querstange.

„Die Querstange fixiere ich mit jeweils einem ‚Grip-Head‘ an den Stativen und mittig auf der Stange sitzt noch ein dritter Grip-Head, auf den ich mit einem Spigot einen Ball-Head befestigt habe. Hier befestige ich dann meine Kamera und kann wunderbare Über-Kopf-Aufnahmen machen.“

Nicht auf den automatischen Weißabgleich verlassen

Ein wichtiger Teil seiner Fotografie sind echte Farben. Deshalb verlässt er sich gerade bei Outdoor-Aufnahmen nicht auf den automatischen Weißabgleich. Auch auf Kamerapresets verlasse er sich nur ungern, sagt Alexander.

„Aus diesem Grund nehme ich seit einiger Zeit immer den Color Checker Passport Foto von XRite zur Hand. Dieser beinhaltet sowohl eine Farbskala mit mehreren Patches als auch Felder für den Weissabgleich. Mit einer vom Hersteller XRite downloadbaren, kostenlosen Software, können so korrekte Kameraprofile entwickelt werden. Oft nutze ich auch die Möglichkeit des manuellen Weissabgleichs. Hier nehme ich mir die Graukarte des Color Checkers als Referenz und habe so eine konstante Farbeinheit, solange sich das Licht oder weitere Einflüsse nicht ändern. Gerade in Innenräumen sind oft diverse Lampen oder Leuchten im Einsatz, welche meist unterschiedliche Farbtemperaturen erzeugen. Hier kann ich unter Zuhilfenahme des Color Checkers den Weissabgleich exakt ausgleichen.“

Die Nachbearbeitung der Studiofotos am Rechner

Was die Bearbeitung seiner Bilder angeht, arbeitet Alexander Lebrenz nur nach einer Devise: The Best out of Cam. Also bestmöglich fotografieren und dann am Rechner nur noch leichte Retusche betreiben.

„Dies gelingt mir bei den Modelshots mittlerweile sehr gut. Bei Produkt- und Food ist es allerdings so, das ein Retouch hier meist unumgänglich ist. Das bedeutet nicht, dass ich stundenlang an einem Bild sitze, aber es kann schon vorkommen, dass einige kleine Fussel oder Spritzer etc. im Bild sind, die nicht vermieden werden konnten. Des weiteren ist es bei Food und Produkten oft so, dass mehrere Bilder einzeln geschossen werden und diese dann als Ebenen in Photoshop ausmaskiert werden. Hier kommt es dann schon mal vor, dass ich eine oder auch zwei Stunden an einem Bild arbeite. Unter Hinzunahme des Color Checkers habe ich die Möglichkeit, die Farben im Nachhinein ‚echt‘ darzustellen.“

Zu Alexanders Workflow in der Studiofotografie gehört außerdem, sein MacBook zu ‚tethern‘. Dafür schließt er die Kamera an sein Notebook an und sieht direkt in der Software (Capture One Pro), wie die Bilder erscheinen und ob er noch etwas nachhelfen muss.

„Ebenfalls habe ich so die Möglichkeit, den Weissabgleich mit der Pipette von Capture One, einzustellen und jedes weitere Bild wird mit diesen Änderungen automatisch korrigiert dargestellt. Wenn ich mit dem Set fertig bin, schaue ich mir die Bilder an und vergebe Sternchen und Farben. Die Bilder, welche sich dann in der finalen Auswahl befinden, werden in Capture One angepasst und später an Photoshop zur finalen Bearbeitung übergeben. Ich speichere die Bilder als Tiff-Dateien mit 16 Bit um die bestmögliche Auflösung beizubehalten.“

Wichtiges Tool für Fotografen: Ein optimal kalibrierter Monitor

Ganz wichtig ist auch die Wahl eines geeigneten Monitors. Herkömmliche Monitore haben die Angewohnheit, zu hell/zu dunkel eingestellt zu sein oder die Farben zu verfälschen. Im professionellen Umfeld natürlich ein No-Go. Deshalb schwört Alexander Lebrenz auf einen ordentlich kalibirierten Fotografenmonitor.

„Ich selbst nutze seit Jahren Monitore von BENQ oder EIZO. Diese sind zwar in der Anschaffung relativ teuer, haben aber eine sehr grosse Farbkonsistenz und stellen den Adobe RGB Farbraum zu 99% dar. Für mich persönlich ein Workflow, der sich sehr etabliert hat. Ich drucke zwar meine Bilder nicht aus, aber gerade bei diesem Thema ist ein verbindlicher Farbworkflow schon fast ein Muss. Die bearbeiteten Bilder speichere ich aus Adobe Photoshop heraus als JPG mit dem SRGB Farbraum, da dieser auf allen gängigen Monitoren und mobilen Devices angezeigt wird.“

Kommen wir zum Abschluss zu der Frage, auf was angehende Fotografinnen und Fotografen bei der Studioarbeit achten sollten. Die Tipps des Profis…

„Für mich ist essentiell wichtig, Spaß an der Sache zu haben und nicht verbissen an die Sets heranzugehen. Egal ob freie Arbeit für euer Book oder ein Job für einen Kunden – habt Spaß an dem was ihr macht und setzt euch nicht unter Druck. Macht Fehler, analysiert und verbessert sie. Versucht auch mal ‚Out of the box‘ zu denken und euch nicht an dem ‚heiligen‘ goldenen Schnitt zu orientieren, sondern einfach mal Linien zu brechen und kreativ dagegen zu wirken. Mit den Flatlays von Lens-Aid seit ihr auf jeden Fall schon mal sehr gut aufgestellt und habt tolle Kulissen für eure Shootings. Und glaubt mir, für Food- oder Produktfotografie braucht ihr kein großes Studio. Alle meine Bilder habe ich auf einem normalen Tisch geshootet oder einfach auf dem Fußboden. Und nach beendetem Shooting haben die Flatlays von Lens-Aid noch einen riesen Vorteil – Ihr könnt sie wunderbar einfach abwischen und sie sehen aus wie neu.“

Weitere Einblicke in die Arbeit von Alexander Lebrenz bekommst du auf Instagram und auf seiner Webseite. Wir bedanken uns für das Interview!

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