Praxistipps

Back Button Focus: Was ist das und wofür brauche ich ihn?

Hast du schon mal vom Back Button Focus gehört? Nein? Dann solltest du unbedingt weiterlesen. Denn jener Fokus kann dir – je nach deinem Metier – eine große Hilfe sein.

Die Erklärung des Back Button Focus ist eigentlich recht einfach. In der Norm nimmst du deine DSLR in die Hand, drückst halb den Auslöser und fokussierst damit. Du stellst also dein Bild scharf. Bist du mit der Bildkomposition zufrieden, drückst du den Auslöser ganz, hörst den Spiegel klappen und hast das Bild sprichwörtlich im Kasten. Das Scharfstellen geht mit dem Auslöser somit Hand in Hand – muss es aber nicht.

So kannst du Fokus und Auslöser entkoppeln

Denn mit dem Back Button Focus – übersetzen kannst du das mit „Hinterknopf-Fokus“ – kannst du Fokus und Auslöser voneinander entkoppeln. Entkoppeln? Korrekt. Du kannst den Fokus auf eine andere (freie) Taste deiner Kamera verlegen. Wenn du dann den Auslöser drückst, passiert: absolut nichts. Es ertönt kein Surren, es leuchtet kein Punkt auf, nix. Kurzum: Die Kamera stellt nicht scharf. Stattdessen musst du jetzt einen anderen Knopf drücken, um die Kamera scharf zu stellen.

Mal als praktisches Beispiel die Nikon D5300. Willst du Auslöser und Fokus voneinander entkoppeln, gehe

  1. ins Menü
  2. wähle hier „Individualfunktionen“ sowie „f Bedienelemente“
  3. unter „f2 Belegung der AE-L/AF-L-Taste“ (ganz unten) kannst du nun den Autofokus aktivieren

Somit kannst du nicht mehr mit dem Auslöser fokussieren, sondern musst hierzu hinten die kleine runde Taste „AE-L/AF-L“ drücken. Das hört sich kompliziert an, ist mit dem Daumen aber recht einfach machbar. Im Fazit hast du nun jedenfalls den Back Button Focus eingestellt. Der Auslöser selbst kann nur noch auslösen, mehr nicht.

Nikon D5300 Rueckseite - Back Button Focus: Was ist das und wofür brauche ich ihn?

Auf der Rückseite der Nikon D5300 ist deutlich der Knopf für den Back-Button-Focus zu sehen

Und was bringt der Back Button Focus?

Jetzt fragst du wahrscheinlich, was dir das Trennen von Fokus und Auslöser bringt? Der Zweck ist einfach erklärt: Du behältst auf diese Weise die einmal eingestellte Schärfe. Das macht gleich in mehreren Situationen Sinn. Zum Beispiel in der…

Landschaftsfotografie
Statt permanent neu zu fokussieren, machst du das mit dem Back Button Focus nur noch einmal. Das spart Zeit und Akku, weil die Kamera beim Drücken des Auslösers eben nicht jedes Mal neu fokussiert.

Makrofotografie
Das gleiche Prinzip gilt in der Makrofotografie. Du legst einmal die Schärfe bzw. den Fokus fest und drückst dann einfach nur noch den Auslöser.

• Sportfotografie
Ebenfalls hilfreich ist das Entkoppeln von Auslöser und Fokus in der Sportfotografie. Zumindest, wenn du den Autofokus auf den kontinuierlichen Modus setzt. Bei Nikon wäre das übrigens AF-C.

Wichtig: Bewegt sich dein Motiv, musst du den Back Button Focus gedrückt halten.

• Brenizer Methode
Bei der Brenizer Methode schießt du 20 oder mehr Bilder und „bastelst“ daraus später ein großes.

• Dunkle Räume
Zuletzt ist der Back Button Focus in dunklen Räumen eine tolle Idee. Weil der Autofokus hier von Natur aus Probleme hat, überhaupt auf irgendwas zu fokussieren. Also fokussierst du einmal und drückst danach nur noch ab. Zugegeben ist hier auch der manuelle Fokus eine Option. Gleiches gilt bei anderen „lichtschwachen“ Situationen wie etwa Regen oder Nebel.

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Wo der Back Button Focus weniger Sinn macht

Auf der anderen Seite gibt es Situationen, wo dieser Fokus wenig bzw. überhaupt keinen Sinn macht. Und zwar dann, wenn sich a) das Motiv von dir wegbewegt oder b) du dich selbst vom Motiv wegbewegst. Oder anders ausgedrückt: Wenn sich die Distanz zwischen dir und deinem Motiv verändert. Und zwar nach der bereits erfolgten Fokussierung.

Doch halt, auch hier gibt es eine Lösung. Denn diese Aussage beißt sich böse mit der Sportfotografie. Ob Fußball, Reit- oder Motorsport: Die Motive bewegen sich nicht nur nach links und rechts, sondern außerdem vor und zurück. Macht hier also der Back Button Focus keinen Sinn? Jein. Denn letzten Endes ist es egal, ob du mit dem Auslöser und einer anderen Taste fokussiert. Du musst so oder so nachfokussieren.

Die Lösung: der Nachführ-Autofokus. Oder eben (am Beispiel Nikon) der AF-C. Noch mal zur Erinnerung: Bewegt sich dein Motiv speziell in der Distanz, musst den Knopf für den Fokus gedrückt halten. So zieht der Fokus (mit dem richtigen Modus) mit, fokussiert also ständig nach.

Ob du den Back Button Focus nun magst oder nicht, musst du selbst herausfinden. Der eine schwört drauf, der andere nicht.

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